Berufsbesichtigungstag für Schülerinnen und Schüler aus Suhr und Gränichen

Der Berufsbesichtigungstag wird im Jahr 2019 das vierte Mal in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Suhr, der Schule Gränichen und dem Gewerbeverein Gränichen durchgeführt. Alle Schülerinnen und Schüler der 2. Oberstufe Suhr und Gränichen sind vom  Gewerbe der beiden  Dörfer eingeladen, Berufe und Betriebe kennen zu lernen. Der Berufsbesichtigungstag findet jeweils kurz nach den Sommerferien statt und schafft so einen guten Einstieg in die Berufswahl.

Jede Schülerin und jeder Schüler darf 2 Betriebe auswählen und sich online  mit einem eigenen Login anmelden. Dabei müssen sie Angaben zu Interesse und Fähigkeiten machen und die Wahl begründen.

Per Mail bekommen sie nach dem Anmeldeprozess eine Anmeldebestätigung.

Anmeldung für den Berufsbesichtigungstag

Jede Schülerin und jeder Schüler meldet sich online für zwei Angebote an – für eines am Vormittag und eines am Nachmittag.

Mit den Zugangsdaten (E-Mail und Passwort) können die Schülerinnen und Schüler sich anmelden.  Es erscheint eine Liste der einzelnen Angebote.

Stornieren und Verändern der Anmeldungen

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit ihre eigenen Kurse selber zu verwalten. Sie können sich auch bei einem angemeldeten Kurs wieder löschen und bei einem anderen Angebot neu erfassen.

Ausgebuchte Angebote

Eine Anmeldung bei ausgebuchten Events ist nicht mehr möglich.  Aus administrativen Gründen bleibt das Angebot jedoch in der Liste bestehen.

Stimmen zum letztjährigen Berufsbesichtigungstag:

«Da stehe ich nun, vor dem grossen, atemberaubenden Areal der Schmid AG. Ich habe ein mulmiges Gefühl im Bauch. Bin ich der einzige, der hier schnuppern geht, sehe ich freundlich aus? Ich klopfe, da es keine Klingel hat und die Tür abgeschlossen ist. Da öffnet ein Mädchen, nicht viel älter als ich und begrüsst mich freundlich. Sie fordert mich auf, mich zu setzen und auf eine Person zu warten. Ich bin aufgeregt. Nun kommt eine Frau herein. Sie sieht aus, als ob sie mitte dreissig ist. Sie führt mich eine Treppe hinauf, in einen Raum der etwa halb so gross ist, wie das Schulzimmer und aussieht wie ein Wohnzimmer. Sie schaltet einen Hellraumprojektor an und ich nehme meinen Stift hervor, bereit zum Aufschreiben der Infos.» Nico Portmann

«Diese Maschine ist quasi ein Roboter. Sie nimmt eine zusammengeleimte Spanplatte mit einem Arm und bringt die Platte auf ein Förderband und dieses wiederum bringt die Platte unter eine riesige Bohrmaschine, welche alles ausführt, was man in den Computer eingegeben hat. Es ist wirklich extrem spannend und toll bei dieser Tätigkeit zuzusehen. Aber ich wundere mich, was hat dies noch mit Schreiner zu tun hat? Plötzlich reisst uns Herr Weber aus unseren Gedanken, als er sagte: »Kommt weiter geht’s». er ging, mit uns im Schlepptau zügig weiter.» Silvan Bütikofer und Sven Renggli

«Wir betreten später einen Saal, in welchem schon Getränke für uns bereitstehen. Eine seit zwei Jahren ausgebildete, junge Frau, die uns auch durch das Gebäude geführt hat, berichtet uns vom Beruf. Hotelfachfrau/-mann EFZ sei ein sehr vielfältiger und spannender Beruf. Er umfasse Themen wie Pflege und Reinigung, Raumgestaltung, Wäscheversorgung, die Herrichtung von Seminarräumen, den Frühstückservice sowie die Buffet- und Gästebetreuung an der Rezeption, dazu kommt die Organisatin der Pflege Logistik. Wie ich erfahren habe, befindet sich in Interlaken das Schulinternat Regina für die Ausbildenden. Dort haben sie fünf Wochen pro Semester Schule. In dieser Schule müssen sie für sich selber sorgen und müssen ihr Zimmer selbst vorbereiten und pflegen. Die Frau berichtet uns auch über den Beruf des Hotel-Kommunikationsfachmannes/ resp. der Hotel-Kommunikationsfachfrau, welchen es erst seit 2017 gibt. Dieser Beruf ist jenem der Hotelfachfrau/-mann recht ähnlich. » Ramona Rosenast und Salome Heider

«Ich merke sofort, dass dieser Raum von einem Maler ist, denn alle Wände sind farblich perfekt abgestimmt. An einer Wand hängt sogar noch ein Farbspektrum. Jetzt setzen sich alle zögerlich auf die Sofas, die meisten holen ihre Notizblöcke hervor und es geht los. Herr Mazzei startet mit einer Präsentation, über sich selbst, den Beruf Maler, sein Geschäft und noch einiges mehr. Alle hören sehr aufmerksam zu, schreiben fleissig mit und stellen auch einige interessante Fragen. Mich interessiert, was die negativen Seiten dieses Berufs sind. Die negativen Punkte sind einerseits, dass es körperlich sehr anstrengend ist, dies vor allem im ersten Lehrjahr. Wir erfahren die Vorteile des Berufs, was die Tätigkeiten vom Beruf sind, einiges über die Arbeitszeiten, aber auch wie viel man als Maler verdient. Alle sind sehr erstaunt, als wir erfahren, dass im Beruf Maler das Geschlechterverhältnis sehr ausgeglichen ist. Es ist sogar so, dass meistens die Frauen beim Abschluss besser sind.» Hannah Graf

«Unsere Gruppe wird zuerst den zwei Lehrlingen zugeteilt, dort können wir mit dem CAD-Programm unser eigenes Haus konstruieren. Dies bekommen wir dann mit dem Grundriss ausgedruckt, damit wir es mit nach Hause nehmen können. Nach 25 Minuten dürfen wir in den nächsten Raum zum Chef. Mit ihm besprechen wir die Terrasse von der Törtlifee und schauen uns die Baupläne an. Dazu klären wir, wie Lavabos, Kühlschränke, Tische und Treppen auf einem Bauplan aussehen. Was wir auch sehen, sind exklusive Bilder vom Bau. In den letzten 25 Minuten erklärt uns ein Mitarbeiter, wie man ein Haus zeichnet und welche Pläne man zeichnen muss. Er hat auch ein Modell gebaut, um zu veranschaulichen, wie es mit der Umgebung aussieht. » Nicole Witschi & Seher Gökyazan

Am Donnerstag 21. September war es soweit, Betriebe des Suhrer und Gränicher Gewerbes öffneten ihre Türen und rund 200 Schülerinnen und Schüler und circa 30 Lehrpersonen durften Betriebe und Berufe kennen lernen.

Für die 2. Klässler war dieser Tag zugleich der Startschuss für die Berufswahl.

Berufswahl… wissen Sie noch, wie Sie sich vor mehr oder weniger Jahren mit den Fragen «Was soll mal aus mir werden?», «Was kann ich gut?», «Was mache ich gerne?», «Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?» beschäftigen mussten oder durften.

Ich erinnere mich sehr gut daran zurück. Ich meldete mich für meine erste Schnupperlehre als Floristin aus einem einzigen Grund: Ich fand die Berufsbezeichnung Floristin einfach schön, und meine Cousine war auch Floristin und… im Blumenladen meines Dorfes bekam ich immer ein Röseli, wenn meine Mutter einkaufen ging.

Ich denke, viele Schülerinnen und Schüler, die jetzt beginnen sich mit der Berufswahlfrage zu beschäftigen, wählten am Berufsbesichtigungstag einen Betrieb oder einen Beruf, welchen sie vom Hörensagen her kennen und positiv einschätzen, vielleicht auch, weil sie von älteren Schülern wissen, dass der Betrieb letztes Jahr schon eine tolle Besichtigung durchführte – vielleicht auch, weil sie einfach gar nicht wussten, wo sie was anschauen möchten, weil sie einfach noch nicht soweit waren. Der Startschuss in die Berufswahl mag einige überrumpelt haben aber die meisten, ja die meisten fühlten sich nach diesem Tag motiviert und herausgefordert sich genauer mit den Fragen «Was soll mal aus mir werden?», «Was kann ich gut?», «Was mache ich gerne?», «Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?» zu beschäftigen.

Als Lehrperson der Oberstufe weiss ich, dass ich noch so viel Energie und Zeit für einen guten Berufswahlunterricht aufwenden kann, die bessere und nachhaltigere Auseinandersetzung mit Betrieben und Berufen kann nur vor Ort und nicht in einem Klassenzimmer passieren. Deswegen danke ich folgenden Betrieben herzlich, dass sie an diesem Berufsbesichtigungstag so viel in unsere zukünftigen Berufstätigen investiert haben!

Rahel Zimmermann, Lehrperson Realschule Suhr